Politik

Vier Männer, vier Frauen, drei davon tragen Hosen. Wir haben das Ziel unserer Träume erreicht! Noch nicht ganz, wie wir vermuten, sind alle heterosexuell. Wann haben wir die erste trans* Bundesrätin oder den ersten bekennenden Homosexuellen als Bundesrat mit Kindern?

 

Frau Leuthard hat auf Kinder verzichtet, Frau Sommaruga hat keine biologischen Kinder und die Kinder von Frau Widmer-Schlumpf sind erwachsen. Herr Berset hingegen ist Vater dreier kleiner Kinder. Wie oft bringt er sie wohl ins Bett? Wer holt die Kinder in die Kita ab? Wann gibt es eine Kita im Bundeshaus?

Die Schweiz hinkt hinterher

Trotzdem ist das Bild nicht bei allen politischen Gremien so ausgeglichen wie im Bundesrat. Auf Parlaments-, Kantons- oder Gemeindeebene sehen die offiziellen Pressefotos anders aus. So sind gerade mal 29% aller Nationalrät_innen Frauen, wobei sie im Ständerat noch weniger, nämlich knapp 20%, ausmachen. Denn wie in der Wirtschaft ist es auch in der Politik beinahe unmöglich, berufstätig zu sein und Karriere zu machen sowie gleichzeitig eine Familie zu haben. Besonders für Frauen. Nur selten „opfert“ ein Mann seine Karriere zu Gunsten der Frau, sodass sie sich fern von Hausarbeiten ihrer politischen Laufbahn widmen kann, während dieses Opfer von der Frau eines Politikers geradezu erwartet wird.

Der Vaterschaftsurlaub von Toni Blair ist wohl eher als PR-Gag zu bezeichnen. Doch für eine gleichberechtigte Gesellschaft muss gerade die Politik eine Vorreiterrolle übernehmen und Männer als Väter ernst nehmen. In der Schweiz gibt es bis dato keinen gesetzlichen Vaterschaftsurlaub, höchstens freiwillig werden ein paar Tage gewährt.