Frauen- und Männerberufe

Nur schon, dass es diese Kategorien gibt, deutet an, dass etwas nicht stimmt. Warum sollen Frauen andere Berufe als Männer ausüben?

Doch auch bei der Berufswahl halten sich die Klischees hartnäckig. Im Jahr 2008 befanden sich unter den zehn meist abgeschlossenen Berufen nur gerade zwei, die beide Geschlechter gewählt hatten. Daneben entschieden sich Männer vor allem für Berufe wie Elektromonteur oder Polymechaniker, während sich Frauen zur Fachangestellten Gesundheit oder zur Coiffeuse ausbilden liessen. 

Frauen- und Männerberufe sind nicht gleich viel wert

Oft werden Frauen- und Männerberufe unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Finden sich Frauenberufe eher in der Gesundheit und im Pflegebereich, so sind die Männer eher in handwerklichen und technischen Berufen zu Hause. Frauen wählen Berufe, die traditionell schlechter bezahlt sind und weniger Aufstiegsmöglichkeiten bieten (bzw. werden jene Arbeiten schlechter bezahlt, die von Frauen ausgeführt werden, und Berufe, die sich zu ‚Frauenberufen‘ entwickeln (bspw. Ärztin), werden mit der Zeit schlechter bezahlt), Männer arbeiten nach dem ersten Kind wie vorher weiter und schlittern in die Rolle des Familienernährers.

Die Unterschiede zwischen Frauen und Männergehirnen sind nicht ausschlaggebend, um die Berufswahl auf diese Weise zu rechtfertigen. Auch hier liegt der Grund der Berufswahl in den unterschiedlichen Talenten, die man den Geschlechtern zuweist. Doch warum nicht auch so wie auf den hier aufgeführten Bildern?
Bild 1) und 2) zeigt Frauen in traditionellen Männerberufen, Bild 3) den Pfleger Driss und seinen Patienten Philippe. Der Film ‚Intouchables‘ bietet nicht nur wunderbare Unterhaltung, er zeigt auch, dass ein Pfleger durchaus seine Aufgaben nachkommen kann, selbst wenn es sich um die ‚analen Pflegepflichten‘ handelt. Bild 4) zeigt einen Unterstufenlehrer. Wo steht geschrieben, dass sich die Kleinen besser aufgehoben fühlen bei einer Frau, nur weil man ihr mehr ‚Mütterlichkeit‘ unterstellt? Männer mögen, wie der Pfleger Driss, eine andere, manchmal vielleicht unkonventionelle Herangehensweise haben, doch bewerten wir die Qualität ihrer Arbeit überwiegend nach den traditionellen Richtlinien, statt dass wir uns von Neuem überraschen lassen.