Ehe und Familie

Die Ehe ist bis heute in der Schweiz ein rechtliches Institut. Sie ist daher besonders geschützt und wird gefördert, genauso wie die Familie. Unsere Gesellschaft baut auf der Kleinfamilie - also auf einer Familie bestehend aus Kindern und ihren leiblichen Eltern - auf. So sagt Art. 14 BV „Das Recht auf Ehe und Familie ist gewährleistet.“ Demgegenüber sind andere Formen von Familie weniger geschützt.

Adoptionen etwa werden nicht allen Elternteilen zugestanden (benachteiligt sind bspw. homosexuelle Partner_innen), Grosseltern stehen als Bezugspersonen gegenüber den biologischen Elternteilen nach und Kinder, die illegal zustande kamen (bspw. durch künstliche Reproduktion in homosexuellen Partnerschaften), sind rechtlich nur ungenügend geschützt.

Mit anderen Worten, der Staat hegt, pflegt und schützt die klassische Kleinfamilie und erhebt sie so zur Idealform. Sie ist das Abbild des Staates in ihrer kleinsten Form, die kleinste Zelle des Staates. Nach Auffassung des Staates können wir nur in der Kleinfamilie zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft werden, andere Sozialisierungsformen gelten als weniger attraktiv und werden darum auch bewusst diskriminiert.

Der Staat hinkt hinterher

Familienformen wie Grossfamilien oder die Reproduktion von LGBTI versprechen Unordnung, Chaos und Rechtlosigkeit. Doch die heteronormative Zwangssexualisierung muss ein Ende haben: Der Staat muss Regeln schaffen, die auch neuen Ordnungen entgegen kommen, umso mehr, als sie schon längst Realität sind: Homosexuelle Frauen ‚leihen‘ sich das Sperma eines Freundes, Männerpaare bitten Freundinnen um eine Leihmutterschaft, die strengen Reproduktionsregeln in der Schweiz werden umgangen, indem sich Paare im Ausland kundig machen und das Leihmutter-Business blüht in Ländern, wo die Armut gross ist. Vor den auf solche Weisen entstandenen Kindern kann auch der Staat nicht die Augen verschliessen.